Die Pazifistin

Gertrud Woker - Eine vergessene Heldin

 

Die Wiederentdeckung einer bahnbrechenden Wissenschaftlerin, Frauenrechts- und Friedensaktivistin, die Patriarchat und Kriegstreiberei zum Trotz, den Weg für eine gerechtere Welt geebnet hat.

Als eine der ersten Professorinnen Europas, stellte die 1968 verstorbene Naturwissenschaftlerin ihr Lebenswerk in den Dienst von Frieden und Gerechtigkeit und diejenigen, die bereit sind, dafür zu kämpfen.

Zu einer Zeit, in der die Gesellschaft eine ganz andere Rolle für sie vorsah, befreit sie sich aus der Enge des bürgerlichen Lebens und geht das Wagnis einer selbstbestimmten Existenz ein. Nach erfolgreichem Aufstieg als Wunderkind im Wissenschaftsbetrieb, gerät sie mit ihrem Engagement für die Frauenrechte und gegen den Krieg ins Kreuzfeuer der Militaristen. Doch trotz Anfeindungen und Drohungen legt sie sich ein Leben lang mit dem Patriarchat und den nationalistischen Ideologien ihrer Zeit an und wird zu einer Galionsfigur der pazifistischen Bewegung. Doch der Kampf hinterlässt Spuren. Die letzten Jahre ihres Lebens verbringt sie von Wahnvorstellungen verfolgt in einer Psychiatrie. Von der Nachwelt und selbst von ihrer Familie wird sie vergessen.

Mit diesem Film wollen wir der vergessenen Geschichte einer herausragenden Frau Geltung verschaffen. Gertrud Wokers Geschichte ist aktuell, weil sie ihrer Zeit auf verschiedenen Gebieten voraus war: Sie forderte gleiche Rechte für Frauen, internationale Verständigung statt Nationalismus, Verantwortung der Wissenschaft und interdisziplinäres Denken. Mit ihren kühnen und neuartigen Ideen stellte sie sich gegen die Konventionen ihrer Zeit und nahmen vieles vorweg, was erst nach ihrem Tod umgesetzt wurde – und bis heute aktuell ist.

Obwohl es Gertrud Woker nicht vergönnt war, die Resultate ihres 90-jährigen Kampfes mitzuerleben, ist ihre Geschichte ermutigend. Denn trotz Rückschlägen, Niederlagen und Anfeindungen blieb Gertrud Woker bis fast an ihr Lebensende produktiv, gutmütig, witzig und kämpferisch. Als „knorriger Eichbaum inmitten der Ödnis“, wie sie sich selber beschreibt, führte sie ein Leben nach ihren eigenen Vorstellungen. Damit konfrontiert sie uns alle mit der Frage nach unseren Werten und Idealen: Was bin ich bereit, für meine Überzeugungen zu opfern? Was heisst es Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen?

 

Ein Film von Fabian Chiquet & Matthias Affolter

Mit: Franziska Rogger, Gerit Von Leitner, Martin Woker

Musik: Victor Moser

Kamera: Gregor Brändli

Produzent: Cyrill Gerber, Milan Film

Verleih: First Hand Films

in Kooproduktion mit dem Schweizer Fernsehen SRF & 3Sat

 

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