Gertrud Woker - Im Sturm der Geschichte

Dokumentarfilm über das Leben und Wirken der Berner Chemikerin und Friedensaktivistin.

 

In Koproduktion mit dem Schweizer Fernsehen 

Co-Regie: Matthias Affolter

Kamera: Gregor Brändli

Musik & Ton: Victor Moser

Produktion: Cyrill Gerber, Milan Film AG

 

SYNOPSIS

Gertrud Woker (1878 - 1968) war eine Chemikerin, Frauenrechtlerin und Pazifistin, die neue Wege beschritt und mit zukunftsweisenden Ideen den Zeitgeist herausforderte. Zu einer Zeit, in der die Gesellschaft eine ganz andere Rolle für sie vorsah, befreit sie sich aus der Enge des bürgerlichen Familienlebens und geht das Wagnis einer selbstbestimmten Existenz ein. Sie beginnt eine erfolgreiche wissenschaftliche Laufbahn und geht als erste weibliche Chemiedozentin im deutschsprachigen Raum in die Geschichte ein. Dabei kämpft sie für die Rechte der Frauen und versucht gleichzeitig die Instrumentalisierung der Wissenschaft zu Kriegszwecken, den Giftgaskrieg, zu verhindern. Mit ihrem mutigen Engagement legt sie sich mit den patriarchalen Strukturen und den nationalistischen Ideologien ihrer Zeit an. Dadurch setzt sie ihre vielversprechende Karriere aufs Spiel und muss sich zunehmend gegen Anfeindungen und Verfolgungen wehren. Gertrud Woker lässt sich nicht zum Schweigen bringen, doch der lebenslange Kampf hinterlässt Spuren. Die letzten Jahre ihres Lebens verbringt sie von Wahnvorstellungen verfolgt in einer psychiatrischen Heilanstalt.

Trotz ihrer vielseitigen Verdiensten als Pionierin in der Biochemie sowie in der Frauen- und Friedensbewegung ist Gertrud Woker heute nicht nur aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden, sondern auch in ihrer Familie in Vergessenheit geraten. Ihr Grossneffe Martin Woker sowie die beiden Historikerinnen Franziska Rogger und Gerit von Leitner machen sich auf Spurensuche. Die Mosaikteile, welche die Protagonist/innen bei ihren Recherchen aus Wokers Leben und ihrer Zeit zusammentragen, werden zusammen mit ihren autobiografischen Texten zu audiovisuellen Collagen verwoben. Der Film wird so zu einer assoziativen Reise durch eine Epoche, die vom Glauben an den wissenschaftlichen Fortschritt, Nationalismus und zwei Weltkriegen geprägt war und in der Frauen nicht als gleichwertige Menschen anerkannt waren. Mittendrin stand Gertrud Woker. Selbst in den turbulentesten Zeiten des 20. Jahrhunderts blieb sie eine unbestechliche Stimme der Vernunft und setzte sich unbeirrt für ihre Ideale ein. Ihr konsequentes Einstehen für die eigenen Überzeugungen konfrontiert uns mit der Frage, was es bedeutet, Verantwortung für das eigene Handeln und Leben zu übernehmen.

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